Die annähernd 25 Jahre, die seit der Jahrtausendwende ins Land gegangen sind, waren wirtschaftlich geprägt von der Abkehr vom freien Markt. Der Kapitalismus entwickelt sich weiter, wenn auch nicht unbedingt in einem positiven Sinn, denn nicht mehr der Markt bestimmt durch Angebot und Nachfrage über die wirtschaftliche Entwicklung, sondern zunehmend eine zentralistische Planung.
Wir erlebten und erleben noch immer eine drastische Zunahme der Eingriffe in den Prozess der Festlegung wichtiger wirtschaftlicher Parameter. Egal, ob es um die Höhe der Zinssätze oder die Frage der Bedeutung und Wichtigkeit von Rohstoffen geht: der Markt bestimmt immer weniger, Regierungen und Notenbanken dafür umso mehr. Einer der absurdesten Eingriffe waren dabei die negativen Zinsen der Notenbanken, die den Unterschied zwischen verleihen und verschenken vollständig eingeebnet haben.
Was uns an dieser Entwicklung am meisten beunruhigen sollte, ist das Faktum, dass dies alles nicht unbewusst geschieht, sondern vollkommen beabsichtigt ist. In den USA ist es genauso, dort haben die Planer der Zentralregierung herausgefunden, dass die US-Bürger angeblich glücklich sind, wenn der Wert ihrer Pensionspläne und Häuser stetig steigt. Ob dem wirklich so ist, sei einmal dahingestellt.
Während einige wenige massiv gewinnen, verliert die breite Masse ihren Wohlstand
Die Planer der Zentralregierung gingen dabei davon aus, dass stetig steigende Vermögenswerte die Menschen zufriedenstellen würden. Dies wiederum würde dazu führen würde, dass sie mehr Kredite aufnehmen und weiteres Geld ausgeben und so die US-Wirtschaft ankurbeln.
In einem Beitrag der Washington Post vom November 2010 bezeichnete der damalige Vorsitzende der US-Notenbank, Ben Bernanke, dies als einen positiven Kreislauf. Der positive Effekt des ersten Kredits würde durch die weiteren Kredite, die auf ihn folgen, noch weitere positive Effekte erzeugen und die US-Wirtschaft und Börsen so in eine Aufwärtsspirale versetzen.
„Einfachere finanzielle Bedingungen werden das Wirtschaftswachstum fördern. Zum Beispiel werden niedrigere Hypothekenzinsen den Wohnraum erschwinglicher machen und mehr Hausbesitzern eine Refinanzierung ermöglichen. […] Und höhere Aktienkurse werden das Vermögen der Verbraucher steigern und das Vertrauen stärken, was wiederum die Ausgaben ankurbeln kann. Höhere Ausgaben führen zu höheren Einkommen und Gewinnen, die in einem positiven Kreislauf die wirtschaftliche Expansion weiter unterstützen werden“, schrieb Ben Bernanke in der Ausgabe der Washington Post vom 3. November 2010.
Oberflächlich betrachtet hat es funktioniert und der von den führenden Planern vorhergesagte positive Kreislauf ist in den Jahren nach 2010 Realität geworden. Aber es gibt auch unbedachte Konsequenzen. Es ist eine neue Oligarchie von Super-Milliardären entstanden, während der Rest der Bevölkerung an seine Kredite gefesselt bleibt und zunehmend verarmt. Sie standen und stehen noch immer im Fadenkreuz der finanziellen Ausbeutung und es spricht viel dafür, dass sie am Ende tödlich getroffen auf der Strecke bleiben.